Schaden an Heizung bei Froststufe


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Schaden an Heizung bei Froststufe
Schaden an Heizung bei Froststufe,

Der Stern an einem Thermostat einer üblichen Heizung steht allgemein für die Froststufe. Diese Einstellung schließt eigentlich eine Heizung nicht vollständig sondern soll Wasserschaden an Leitzungen und Heizkörpern verhindern. Welche Versicherung tritt jedoch im Schadensfall ein, wenn trotz der Froststufe und bei starker Kälte die Heizungsanlage platzt und ein Wasserschaden die Folge ist?

Heizkörper platzt bei Kälte in Ferienwohnung

Ein Eigentümer eines Ferienhauses klagte, da im Februar 2012 seine Heizungsanlage durch Forst platzte. Der Eigentümer hatte bei seinen Thermostaten die Froststufe und die Stufe 1 eingestellt. Dennoch fiel die Heizungsanlage aus, da die Außentemperatur in einem zweistelligen Minusbereich auch zu einer starken Auskühlung des unbewohnten Ferienhauses führte.

Der Kläger hatte einen Wasserschaden von 11000,- Euro und richtete diese an seinen Gebäudeversicherer weiter. Er erklärte, dass er regelmäßig die Heizungsanlage prüfen lies und in der besagten Sternstellung des Thermostates eine ausreichende Sicherstellung gewährleistet sei. Der Gebäudeversicherer jedoch lehnte die Forderung ab und argumentierte, dass bei hohen Minusgraden die sogenannte Sternstellung nicht ausreichend sei um eine ausreichende Sicherung zu gewährleisten.

Entscheidung in der Vorinstanz

Das Landgericht Aurich (Az. 3 O 473/12) vernahm mehrere Zeugen und gab der Klage teilweise statt. Nach der Beweisaufnahme kam das Landgericht zu dem Schluss, dass der Gebäudeversicherer nur 50% der Versicherungssumme zahlen müsse. Zur Begründung führte das Landgericht auf, dass der Kläger mit der Einstellung der Thermostate für eine zu geringe Temperatur sorgte. Der Besuch des Ferienhauses von alle zwei Wochen wäre darüber hinaus nicht ausreichend gewesen, so dass der Kläger fahrlässig gegen die Obliegenheiten des Versicherungsvertrages verstoßen hatte.

Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg

Der Kläger ging in Berufung, worauf das 5. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Oldenburg (Az. 5 U 190/14) der Klage, bis auf einen kleinen Teilbetrag, stattgab. Damit wiedersprachen die Richter der Entscheidung des Amtsgerichtes, worauf der Kläger keine Obliegenheiten des Versicherungsvertrages verletzt habe.

Konkret wurde bestätigt, dass die Heizungsanlage in dem „Ferienprogramm“ als auch am Thermostat die eingestellte Froststufe ausreichend sein muss, um einen Frostschaden zu verhindern. Da die Heizungsanlage auch ausreichend kontrolliert wurde, muss davon ausgegangen werden können, dass bei einem gewöhnlichen Lauf der Dinge eine reibungslose Funktionalität der Heizung anzunehmen ist.

Bei einer 3 Jahre alten Heizungsanlage sei zu erwarten, dass nach allgemeiner Verkehrsanschauung kein plötzlicher Ausfall auftritt. Der Versicherungsnehmer wäre darüber hinaus nicht in der Pflicht, eine Heizung auf eventuelle und plötzliche Ausfälle überdurchschnittlich oft persönlich zu prüfen.